Umwelt & Verkehr aus Landshut und Umgebung

Mehr als nur Honig

Helmut Radlmeier informiert sich am Lehrbienenstand über die Biene und ihre Bedeutung

 

Deutenkofen. „Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben“, lautet ein berühmter Ausspruch von Albert Einstein. Der Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags befasste sich vor kurzem mit der Situation der Bienen im Freistaat. Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier machte sich vor Ort in Deutenkofen ein Bild von der Lage.

 

Rund 80 Prozent aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bienen als Bestäuber angewiesen. Eine flächendeckende Bestäubung, zu der die Honigbiene ganz bedeutend beiträgt, sichert die Ernte bei Obst, Gemüse, Kulturpflanzen der Landwirtschaft und anderen Früchten und die Artenvielfalt.

 

Bartholomäus Frey, Vorsitzender des Imkervereins Landshut und Umgebung, informierte Radlmeier am Lehrbienenstand, der sich auf dem Gelände des Lehr- und Beispielbetriebs für Obstbau in Deutenkofen befindet. Frey berichtete, dass auch in der Region Landshut die Zahl der Bienenvölker zurückgeht. Das liegt nicht nur an Krankheiten wie Amerikanische Faulbrut oder durch die Varroa-Milbe. Erst Mitte Mai wurde der seit August 2016 eingerichtete Bienenseuchen-Sperrbezirk aufgehoben. Betroffen davon war das gesamte Gebiet Unterwattenbachs sowie Teile Oberwattenbachs.

 

Aber auch der Rückgang der Blühflächen macht den Bienen zu schaffen. Sie finden schlichtweg keine Nahrung mehr. So würden beispielsweise viele Gärten mit Granitgranulat befüllt. Die Folge: während der Verein im Jahr 2001 noch 3327 Völker hatte, sind es heute noch 2212. Und das, obwohl die Zahl der Imker steige. Allein in diesem Jahr habe man bisher 16 neue Mitglieder aus der ganzen Region gewinnen können.

 

Einen Ausweg sieht Frey etwa in der verbesserten Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten. Schon allein miteinander reden hilft. Einseitiges Schimpfen hilft dagegen niemanden. „Es geht ums Verstehen“, so Frey. Gleiches gelte für die kommunale Flächenpflege. Viele Hecken und Wiesen könnte man, ohne Nachteile für die Gemeinde, mit einem entsprechenden Pflegekonzept bienenfreundlicher gestalten. Als gutes Beispiel führte Frey den Markt Ergolding an. Dort sei man ins Gespräch gekommen, seitdem erhalte der Markt bienenfreundliche Blumenwiesen anstatt sie in kurzen Abständen abzumähen. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

 

Um Flächen für die Bienen zu sichern, investiert der Freistaat jährlich im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms rund 15 Millionen Euro in Blühflächen, Streuobst, Hecken und andere Maßnahmen, die Bienen zugutekommen. Die spezielle Bienen- beziehungsweise Imkerförderung wurde verbessert. Nach einer Steigerung im vergangenen Doppelhaushalt wurden die Mittel auch 2017 um weitere 20 Prozent angehoben und liegen nun bei rund 1,2 Millionen Euro, erläuterte Radlmeier.

 

Doch Geld allein helfe nicht. Einig waren sich Frey und Radlmeier deshalb darin, dass man in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Biene und deren Bedeutung für die Natur und letzten Endes auch für den Menschen schärfen müsse. Radlmeier lobte in diesem Zusammenhang die Initiative des Vereins, einen Quadratmeter Blühfläche in jedem Garten zu schaffen. Dazu verteilt der Verein Saatgut für einen Euro. Jeder kann seinen kleinen, aber feinen Beitrag für eine bienen- und insektenfreundlichere Umgebung leisten.

 

Bildunterschrift: Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier informierte sich beim Vorstand des Imkervereins Landshut und Umgebung, Bartholomäus Frey (l.), über die Biene, Deutschlands drittwichtigstes Nutztier.

 

Quelle: Helmut Radlmeier - CSU

„Stop“-Aufkleber: Abfalltrennen ist wichtig – Lärmschutz auch


Die Stadt Landshut verfügt mit 57 Standplätzen für Glas, 104 Standplätzen für Papier, 70 für Altkleider und 42 für Grüngut über ein dichtes flächendeckendes Netz an Sammelstellen. Die Sammelcontainer werden sehr gut angenommen. Im Jahr werden beispielsweise 1.800 Tonnen Glas und 6.000 Tonnen Altpapier gesammelt. Wertvolle Rohstoffe, die viel zu schade für die Abfallverbrennung wären. Daher ist die Abfalltrennung nach wie vor ein enorm wichtiger Beitrag zum Schutz der begrenzten Ressourcen und wegen der Energieeinsparung auch ein nennenswerter Beitrag zum Klimaschutz. Trotzdem darf bei der Abfalltrennung der Lärmschutz nicht unter den Tisch fallen. Die Anlieferung mit dem Auto und das Einwerfen der Wertstoffe verursachen unvermeidlich Lärm, der die Nachbarn belästigt. Irgendwann muss auch mal Ruhe sein. Deshalb sind die Nutzungszeiten der Sammelcontainer beschränkt. Der Einwurf ist nur an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr erlaubt. In der Nachtzeit und an Sonn- und Feiertagen dürfen die Standplätze nicht genutzt werden. Mit den neuen „Stop“-Aufklebern macht die Abfallwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Umweltschutz der Stadt Landshut an besonders sensiblen Standplätzen auf die Ruhezeiten aufmerksam. Umweltschutz funktioniert nur ganzheitlich. Abfalltrennung ist wichtig, Lärmschutz für die Nachbarn auch.

Bildunterschrift:
(Von rechts) Die Fachbereichsleiterin Umweltschutz der Stadt, Katharina Oßner, Abfallberater Richard Geiger und Sachgebietsleiter Abfallentsorgung, Franz Rauchensteiner, stellen die neuen Aufkleber vor.

 

Quelle: Stadtverwaltung Landshut

13.10.2016

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